Kämpfe nie gegen die Wellen an

Was es mit hereinrollenden und zurückströmenden Wellen auf sich hat und was wir noch von einer grünen Meeresschildkröte lernen können

Derzeit lese ich alle Bücher von John Strelecky - eines nach dem anderen. Meine Reise habe ich mit "Das Cafe am Rande der Welt" begonnen. Eher zufällig bin ich darüber gestolpert - und trotz wirklich einfacher Sprache und kurzen Texten - konnte ich nicht aufhören zu lesen. Es hat so vieles angesprochen, was mich zu diesem Zeitpunkt ohnehin schon bewegt hat und hat damit direkt an mein Herz appelliert

 

Heute am Welttag der Schildkröten möchte ich gerne ein paar so treffende Zitate aus dem Buch mit euch teilen. In dem Kapitel geht es um eine grüne Meeresschildkröte. Einer der Hauptfiguren erzählt, was sie von einer Meeresschildkröte lernen und sich abschauen konnte. 

 

Das klingt komisch, findest du? Lass dich überraschen und lass dich vorurteilsfrei auf die folgenden Textstellen ein... 

 

"Als ich mich an der Oberfläche treiben ließ, fiel mir auf, dass die Schildkröte ihre Bewegungen der des Wassers anpasste. Wenn sich eine Welle auf das Ufer zubewegte und der Schildkröte ins Gesicht schwappte, ließ diese sich treiben und paddelte gerade so viel, um die Bewegung des Wassers zu ihrem Vorteil zu nutzen.

 

Die Schildkröte kämpfte nie gegen die Wellen an, sondern nutzte sie für sich. Ich konnte nicht mit ihr mithalten, weil ich die ganze Zeit strampelte, egal in welche Richtung das Wasser strömte. Anfangs war das noch in Ordnung, und es gelang mir, auf gleicher Höhe der Meeresschildkröte zu bleiben. Ich musste meine Bewegungen sogar manchmal etwas verlangsamen. Aber je mehr ich gegen die hereinrollenden Wellen ankämpfte, desto anstrengender wurde es. Und daher hatte ich nicht genug Kraft übrig, um die zurückströmende Welle auszunutzen. 

 

Während eine Welle nach der anderen zum Ufer rollte und wieder zurückströmte, wurde ich immer erschöpfter und schwamm weniger effektiv. Die grüne Meeresschildkröte dagegen passte ihre Bewegungen den Wellen optimal an und kam daher schneller vorwärts als ich."

 

"Je mehr Zeit und Energie ich daher auf hereinrollende Wellen verschwende, desto weniger Zeit und Energie bleibt mir für die zurückströmenden Wellen. Seit ich dieses Bild in meinem Kopf habe, betrachte ich die Dinge aus einer anderen Perspektive. Ich entscheide viel bewusster, wie viel ich "herumpaddele" und aus welchem Grund."

 

"Wenn man nicht auf das ausgerichtet ist, was man gerne tun möchte, kann man seine Energie mit einer Menge anderer Dinge verschwenden. Wenn sich dann die Gelegenheit bietet, das zu tun, was man möchte, hat man möglicherweise nicht mehr die Kraft oder die Zeit dazu."

 

Ich hoffe die Textausschnitte haben auch in deinem Herzen oder deinem Bauch etwas berührt. Falls sie das noch nicht getan haben, so lohnt es sich trotzdem einmal in einer ruhigen Minute über diese Metapher nachzudenken 🌊🐢🌊🐢🌊

 

Solltest du dagegen Gefallen daran gefunden haben, so kann ich dir das Buch nur allerwärmstens ans Herz legen:

Das Cafe am Rande der Welt von John Strelecky.

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 2
  • #1

    Gerd (Freitag, 01 September 2017 09:41)

    Liebe Daniela,

    das Buch liegt auf der Leseliste ganz oben! Vielen Dank für diese Einblicke. Ich sollte es wohl doch eher als später lesen.


    HERZliche Grüße,
    Gerd

  • #2

    Daniela (Freitag, 01 September 2017 10:19)

    Lieber Gerd, fein - das freut mich, wenn du hier ein neues Buch entdecken konntest. Viel Freude beim Lesen :) Liebe Grüße, Daniela

STAY TUNED!

* indicates required